Seniorenbetreuung

05.01.2020

Pflegehilfe / Pflegeförderungen – Was für Möglichkeiten haben wir?

Wird ein Angehöriger im familiären Umfeld plötzlich pflegebedürftig, so sieht man sich mit zahlreichen Fragestellungen konfrontiert. Die wichtigsten Fragen neben dem Kostenfaktor sind hierbei: Welche Möglichkeiten der Betreuung stehen zur Verfügung, was bedeuten die einzelnen Varianten, welche ist die beste für meinen Angehörigen und erhalte ich Unterstützung? Dieser Text gibt Ihnen einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten der Pflegehilfe.

Pflege zuhause

Die Pflege zuhause in den eigenen vier Wänden stellt die beliebteste Pflegeform dar. Pflegebedürftige Personen verlassen nicht gerne ihr vertrautes Zuhause und sehnen sich nach Stabilität und Geborgenheit. Zudem ist durch die Pflege zuhause eine sehr individuelle Betreuung möglich, die sich ganz nach den Bedürfnissen Ihres Angehörigen richtet. Hierbei ist eine Kombination unterschiedlicher Leistungen möglich: Die Betreuung kann ganz oder teilweise von Ihnen oder anderen Familienmitgliedern übernommen werden, zusätzlich ist die Unterstützung durch professionelle Pflegekräfte und die Einbindung eines Pflegedienstes denkbar.

Bei dieser Pflegeform unterstützen Krankenkassen – abhängig von der Pflegestufe Ihres Angehörigen – u.a. mit folgenden Leistungen: 

  • Monatliches Pflegegeld
  • Pflegesachleistung für den Einsatz von professionellen Pflegekräften zuhause
  • Kombinationsleistung von Pflegegeld und Pflegesachleistung
  • Tages- oder Nachtpflege: Zeitweise Betreuung in einer stationären Einrichtung
  • Verhinderungspflege: Pflege wird kurzzeitig durch Sie oder einem anderen Familienmitglied übernommen
  • Pflegehilfsmittel (z.B. Krankenbett)
  • Wohnraumanpassung für barrierefreies Wohnen 

Der Vorteil einer Pflegekraft besteht darin, dass sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf Ihren pflegebedürftigen Angehörigen richten kann, was große Individualität und Flexibilität sowohl bei der Betreuung als auch bei der Gestaltung des Tagesablaufs mit sich bringt. Zusätzlich ist der Einsatz einer Pflegekraft kostengünstiger als die Unterbringung in einem Pflegeheim und je nach Vereinbarung kann die Pflegekraft weitere Aufgaben im Haushalt übernehmen.

Pflege im Heim

Ist die Pflege zuhause aus verschiedenen persönlichen Gründen nicht möglich, so bietet sich die Unterbringung des Angehörigen in einem Pflegeheim an. Dort wird Ihr Angehöriger 24 Stunden durch ausgebildete Pflegekräfte medizinisch betreut, kann Kontakte mit anderen Pflegebedürftigen knüpfen und von notwendigen, bereits vorhandenen Pflegehilfsmittel profitieren. Jedoch werden Pflegeheime oft misstrauisch betrachtet, da insgesamt zu wenig Pflegepersonal vorhanden ist, das sich nicht individuell genug um die einzelnen Pflegebedürftigen kümmern kann. Die einzelnen Pflegeheime unterscheiden sich qualitativ zum Teil stark, weshalb man die Entscheidung für oder gegen ein Pflegeheim gut abwägen sollte. Auch hier unterstützt die Krankenkasse je nach Pflegestufe mit Pflegeleistungen. Jedoch reicht dies in der Regel nicht aus, um die sehr hohen Kosten eines Pflegeheims zu decken.

Neue Wohnformen

Viele pflegebedürftige Menschen sehnen sich danach, in einem vertrauten Umfeld zu wohnen, jedoch ist das Wohnen zuhause bei der Familie nicht immer möglich. Daher werden alternative Wohnkonzepte immer beliebter. Bei diesen Wohnkonzepten wohnen mehrere Senioren in einer Gemeinschaft zusammen. Die Wohnungen sind dabei meist barrierefrei, auf die Bedürfnisse der Senioren abgestimmt und oft erfolgt eine Betreuung durch Pflegepersonal und einen ambulanten Pflegedienst. Neue Wohnformen sind beispielsweise „Betreutes Wohnen“ oder „Senioren-Wohngemeinschaften“. Auch die Unterbringung in Senioren-WGs oder in betreuten Wohnanlagen wird zum Teil von den Krankenkassen unterstützt.


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